7. Gedanken


Jeder von uns hat sie, den ganzen Tag über, manche drehend, andere einfacher, aber sie treiben uns alle an.
Ich persönlich bin eine jener Personen, die alles zerdenkt und demnach nur selten zur Ruhe kommt. Eine kleine Situation? Ich bin auf jeden Fall die, die die Probleme dabei findet.
Heute ist ein Tag, an dem wir schon nicht wenig geschafft haben, aber eben auch nicht viel. Demnach hängen die Gedanken dabei, ob das so in Ordnung ist. Dabei ist unser Job kreativ und zumindest ich hatte vorhin einmal mehr Kopfschmerzen und fühle mich noch ein wenig matschig hinter der Stirn.
Während Roberta also schon mal weiter an David und Gabriel schreibt, habe ich an meiner Website gebastelt und deswegen gibt es heute gleich den nächsten Blogbeitrag. Denn nicht nur hatte ich heute eine schöne E-Mail im Fach, bezüglich einer Website, bei der ich Fey eventuell einstellen könnte, sondern es gab auch einen netten Vorschlag für unseren Buchsatz und wenn das alles so klappen wird, wie wir das jetzt erhoffen, dann ist unser Autorenleben auf einmal wesentlich leichter!
Mit den Gedanken kam übrigens heute zum allerersten Mal im September die geniale Feststellung: Nächsten Monat ist Oktober. Oktober?! Das ist doch illegal! Ich kann nicht glauben, dass ich mein Buch in knapp 6 Wochen auf den Markt gebracht haben werde!
Aber tatsächlich ist das so. Und Roberta meinte schon, dass wir es irgendwie schaffen, dann eine Fastfoodparty auf die Beine zu stellen, und ich bin mega aufgeregt. Jetzt, da ich nachgezählt habe, wie viele Wochen das noch sein werden, möchte ich am liebsten jeden einzelnen Tag abhaken! Und gleichzeitig nicht daran denken, dass es so weit sein wird. Dieser riesige Schritt wirkt zuweilen wie ein Abgrund, vor dem ich stehe, und ich weiß, dass ich springen kann und nichts passiert, aber man leidet halt unter Höhenangst (ohne Spaß, ich bekomme Angst, wenn ich auf einem Stuhl stehe!) und überlegt sich das dann zweimal. Andererseits schiebt eine Wand von hinten nach, da kann ich eigentlich nur rufen „Ahhh Cheloniaaaa“ (wer das versteht, kann sich gerne bei mir melden).
Die Gedanken kehren momentan jedoch auch oft zu meiner ersten Veröffentlichung zurück. Ich sage gerne, dass Fey mein eigentliches Debüt ist und das hat auch seine Gründe, denn Fey habe ich allein geschrieben. Fey hat knappe 600 Seiten. Fey kommt direkt auch als Print (Soft- und Hardcover) und Fey sollte schon lange mein Debüt sein, während David und Gabriel mit ihrer ersten Geschichte spontan auf den Markt kamen. Wieso? Die Geschichte gab/gibt es kostenfrei auf unserer Website, so wie wir das immer angedacht hatten. Aber da liest es keiner, die Menschen wollen lieber eBooks (das haben wir schon sehr oft, explizit darauf bezogen, gehört) und mittlerweile hat sich das Bild vom Bambusblatt auch wieder etwas geändert. Deswegen hat die Geschichte nur 130 Seiten und demnach kostet sie auch nur 3€ und es gibt sie lediglich digital. Das wird sich aber noch ändern. Gerade schreiben wir am zweiten Teil – die Reihe hat lange schon ihr Ende, aber wir wissen nicht, wie viele Bände es geben wird – und dieser Teil wird dann zusammen mit dem ersten und einer Bonusstory im nächsten Jahr auch als Print kommen (und vermutlich dieses Jahr noch auch digital und alleinstehend).
Während die wenigen Leser und Blogger, die wir für die beiden, David und Gabriel, bereits finden konnten, begeistert sind und das „Schlechteste“, das wir bekamen, drei Sterne waren, geben viele den beiden keine Chance. Kurz, Piraten und Sirenen, SP, eBook, kleiner Preis. Zwei männliche Protagonisten. Das summiert sich. Wir wussten von Anfang an, dass wir eine Nebennische bedienen, die mit vielen Vorurteilen zu kämpfen hat. David und Gabriel hat noch dazu keinen hilfreichen Titel, das wissen wir alles. Wir würden selber damit hadern, diesem Buch eine Chance zu geben.
Aber was uns sehr betroffen macht, ist, wie viele Freunde und Bekannte anscheinend nicht an die beiden glauben. Es nicht lesen, obwohl sie es schon lange haben. Dumme Sprüche machen oder sich nur Fey zuwenden. Was mich ehrt, denn Fey ist ein Herzensprojekt. Aber gleichsam schmerzt es mich auch. Wieso kann Fey bei Freunden und Bekannten (nicht Fremden!) Anklang finden, obwohl es diese Personen selber noch nicht einmal gelesen haben. Aber David und Gabriel bekommen keine Chance, sich zu beweisen, auch wenn wir von den positiven Stimmen berichten.
Gerade gegenüber Roberta kommt mir das sehr ungerecht vor. Sie legt so viel Arbeit in alles. Und ihr eigenes richtiges Debüt ist noch ein wenig entfernt und wird ebenfalls die Nische Seefahrt, historische Fantasy und Piraten einschließen. Wir recherchieren sehr viel. Wusstet ihr zum Beispiel, dass wir neulich drei Tage damit verbracht haben, die Adelshäuser von Europa auseinanderzunehmen, weil wir einen Namen brauchten? Statt uns einen auszudenken (das haben wir mit der Kette gemacht, das geben wir zu).
Oder, dass Roberta sich ein haitianisches Wörterbuch gekauft hat, um ein wenig Kreol zu lernen, da das einer unserer Charaktere kann?
Wir wälzen die wenigen Bücher, die es über Segelschiffe aus dem 17./18. Jahrhundert gibt (die meisten sind vom Ende 18. Jahrhundert und 19. Jahrhundert, aber da ist wieder ein riesiger Unterschied).
Vor zwei Wochen haben wir alte Landkarten von Providence Island und dem Sitz des ursprünglichen Nassaus angeschaut, so wie wir eine Strecke mit dem Pferd kalkuliert und berechnet haben, allein weil David diese Strecke reitet und wir den Zeitabstand richtig haben wollten.
All das ist nichts Besonderes, das machen viele Autoren und das wissen wir. Aber es ist etwas, das sich nur Leser manchmal nicht bewusst machen und diese Bekannten sind selbst keine Autoren. Es tut weh, wenn diese Geschichte dann vollkommen ignoriert wird.
Aber ich will mich nicht im Motzen verlieren. Das meiste, das wir erfahren, ist wirklich positiv und ich danke euch allen mehr als aus den Tiefen meines Herzens dafür, dass ihr meinen/unseren Geschichten eine Chance gebt, zu wachsen! Und auch, dass ihr euch diesen elendig langen Text durchgelesen habt ^-^

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: